Gemeinsam mit dem Bläserquintett „Operabrass“ gaben die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft Allegro Vivace am Sonntag ein mitreißendes Konzert in der Bad Münstereifeler Konviktkapelle (Foto: Cedric Arndt)
Von Cedric Arndt, 15.11.2022
Bad Münstereifeler Chorgemeinschaft bot bewegenden Konzertabend.
Drei Jahre lang herrschte Stille rund um die Bad Münstereifeler Chorgemeinschaft Allegro Vivace. Drei Jahre, in denen die Musikerinnen und Musiker ihre Leidenschaft nicht mehr zusammen ausüben konnten und kein Publikum ihren Gesang hörte.
Doch nun meldete sich das Ensemble mit einem Paukenschlag zurück. Gemeinsam mit dem Bläserquintett „Operabrass“ lockten sie zahlreiche Musikfans in die voll besetzte Konviktkapelle des Kurortes und präsentierten einen bewegenden Konzertabend. „Die Sängerinnen und Sänger haben schon öfter vor größerem Publikum gespielt, dennoch ist es für alle etwas ganz Besonderes, mit derart hochkarätigen Musikern auf der Bühne stehen zu können“, freute sich Chorleiter Paul Irmen.
Tatsächlich entstammt das Bläserquintett der Bayerischen Staatsoper, die auf Bühnen auf der ganzen Welt Berühmtheit erlangt hat. Die Vorfreude auf das gemeinsame Spiel stellte dennoch keinen Grund für Nervosität dar, wie Paul Irmen weiter berichtete. „Wir haben uns lange auf diesen Abend vorbereitet und auch ein intensives Probewochenende abgehalten, sodass wir dem Auftritt zuversichtlich entgegenblicken konnten.“ Zudem habe die Professionalität der Musiker während der gemeinsamen Proben vor dem Konzert ebenfalls zur Steigerung des Selbstvertrauens beigetragen.
Dem Motto des Auftrittes „Musik – so bunt wie der Herbst“ sollten Chor und Bläser schon früh am Abend gerecht werden. Mit Werken wie Georg Friedrich Händels Aria „Desterò dall’empia Dite“ oder Wolfgang Amadeus Mozarts „Dir Seele des Weltalls“ nahmen sie ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise durch griechische Mythologie, christliche Orgelkonzerte und Freimaurerwerke. „Dabei mischen wir auch Stücke aus der Renaissance mit moderneren Titeln von beispielsweise Carl Orff“, erklärte Irmen.
„Wir sind froh, jetzt wieder mit neuer Motivation durchstarten und im kommenden Jahr den 30. Geburtstag unserer Chorgemeinschaft feiern zu können.“
Paul Irmen (Chorleiter)
Abgerundet wurde die musikalische Professionalität der Sänger und Musiker durch eine gute Portion Humor, mit der sie bekannten Titeln einen neuen Anstrich verliehen. Irmen: „Franz Schuberts Forelle haben wir, neben dem Original, in acht unterschiedlichen Variationen präsentiert und mit Texten anderer Titel kombiniert.“ Aus dem „Freischütz“ von Carl Maria von Weber wurde thematisch passend zur „Forelle“ der „Freifisch“. Und an anderer Stelle begleiteten die Sängerinnen und Sänger das Musikstück mit dem Glucksen von sprudelndem Wasser.
Neben zahlreichen Gelegenheiten zum Schmunzeln boten die Akteure auf der Bühne ihrem Publikum auch Wissenswertes über die Hintergründe und Entstehung einzelner Titel. Moderator Frank Bloedhorn berichtete nicht nur vom Inhalt der Stücke, sondern auch von den Lebensumständen der Komponisten und ihrer Familien zu der Zeit, in der die Werke verfasst wurden. „Auf diese Weise bekommen die Musiker Gelegenheit, die Lippen zu entspannen, was nach einem achtminütigen Vortrag dringend nötig ist. Zudem ist es auch sehr spannend, einen derartigen Einblick zu erlangen“, so Irmen.
„Für uns alle war dieser Abend ein wundervoller Neustart nach so langer Pause. Wir sind froh, jetzt wieder mit neuer Motivation durchstarten und im kommenden Jahr den 30. Geburtstag unserer Chorgemeinschaft feiern zu können.“
